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Die japanische Literatur wird von vielen männlichen Autoren geprägt. Umso interessanter ist es, sich den weiblichen Autorinnen zu widmen und ihre Darstellung der sich verändernden japanischen Gesellschaft bewusst wahrzunehmen.

Heute möchte ich deshalb die junge japanische Schriftstellerin RIN USAMI vorstellen. Die Autorin des Romans «Idol in Flammen» wurde 1999 in der Präfektur Shizuoka geboren. Bereits an der Hochschule begann sie Romane zu schreiben und wurde für ihren Debütroman, als jüngste Autorin, mit dem Yukio-Mishima-Preis ausgezeichnet. Für ihren 2020 in Japan erschienenen Bestseller-Roman «Idol in Flammen» (Originalausgabe «Oshi Moyo», 2020) erhielt sie den renommierten Akutagawa-Preis. «Idol in Flammen» ist 2023 in der deutschen Übersetzung von Luise Steggewentz bei KIWI erschienen.
RIN USAMI lebt und arbeitet mittlerweile in Tokio.

Ihr 125-Seiten-Roman ist bequem und unterhaltsam über das Wochenende zu lesen. In «Idol in Flammen» beschäftigt sich RIN USAMI mit der aktuellen Fan-Kultur japanischer Mädchen und junger Frauen. Ihre Protagonistin, die Schülerin «Akari», verehrt «Masaki», ein Mitglied einer J-Pop-Gruppe. Der junge «Masaki» ist ihr Idol. Ihm hat sie einen Blog gewidmet, in dem sie täglich alles über ihn und ihre gefühlsmässigen Reaktionen auf sein Leben schreibt. Anfängliche Verehrung wird dabei zunehmend zu einer, von ihr gewollten, einseitigen Abhängigkeit. Schliesslich widmet sie «Masaki» ihr Leben. Welche Auswirkungen sein echtes Leben und seine mediale Darstellung sowie die letztendliche Auflösung der Pop-Band auf das Leben der Protagonistin «Akari» haben, lässt einen RIN USAMI ganz nah miterleben, indem sie Akari konsequent aus der Ich-Perspektive erzählen lässt. Dichter kann man dem Fühlen und Denken der jungen japanischen Mädchen-Generation kaum kommen.
Prädikat: Sehr lesenswert
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